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Aktuelles
Kanadische Studie gibt Hinweis für Ursachen für „Ehrenmorde“ Drucken
Forscher_innen der Mark J. Goodman Universität haben in einer mehrjährigen Studie zu Wertvorstellungen von Migrant_innen geforscht. Die Studie belegt eine deutliche Divergenz zwischen der Einstellung von Migrantinnen und von Migranten zum Thema Gleichberechtigung der Geschlechter. Männer mit Migrationshintergrund waren sich oft nicht sicher, ob Frauen mit Migrationshintergrund in Kanada unabhängiger sein sollten als in ihrem Ursprungsland. Frauen befürworteten hingegen zum Großteil eine unabhängigere Position der Frau. Diese Erkenntnisse können Aufschluss, über die Ursachen der anhaltenden „Ehrenmorde“ in Kanada geben, da diese häufig von den Tätern mit der „Verwestlichung“ der Frau gerechtfertigt werden.
Quelle: The Globe and Mail, 21. Juni bzw. 14.Juli 2010
 
Großbritannien: Zahl der männlichen Opfer von Zwangsheirat steigt Drucken
2009 meldeten sich 65% mehr männliche Betroffene bei dem eigens eingerichteten Notruf als im Vorjahr. 2008 gingen 134 E-Mails und Anrufe ein, 2009 wurden über 220 registriert. Dieses berichtet die „Forced Marriage Unit“, eine Gemeinschaftsinitiative des britischen Außen- und des Innenministeriums.
Viele Jugendliche würden von ihren Familien zur Heirat gezwungen, da sie schwul seien oder ihnen Homosexualität unterstellt werde.
Der Großteil der Fälle betreffe Familien aus Südasien, besonders aus Pakistan, Indien und Bangladesch.
Nach den Statistiken der „Forced Marriage Unit“ wurden 2009 in Großbritannien 1682 Menschen zur Heirat gezwungen. 14% davon waren Männer.
Schätzungen gehen davon aus, dass in Großbritannien jährlich etwa 10.000 Menschen von Zwangsheirat betroffen sind.
Betroffene Jungen und Männer hätten höhere Hemmschwellen als Frauen, um Hilfe einzuholen.
Quelle: BBC News, 20. Juni 2010
 
Kooperationskonzept für die Zusammenarbeit fachlich berührter Stellen in Baden-Württemberg Drucken
Vom Erkennen der Bedrohung bis zum geglückten Unterschlupf an einem sicheren Ort durchlebt die von Zwangsheirat bedrohte oder betroffene junge Frau viele Episoden. Mit jeder Episode trifft sie auf einen mehr oder weniger einfühlsamen und kompetenten Menschen. Je nach Fallkonstellation sind verschiedene Stellen, Einrichtungen und Berufsgruppen fachlich berührt. Um der Komplexität des Themas gerecht werden zu können, ist ein koordiniertes, strukturiertes und konsequentes Vorgehen erforderlich.

Der Begleitkreis der Beratungsstelle YASEMIN hat nun einen – längst fälligen - Konzeptentwurf mit konkreten Vorschlägen für Baden-Württemberg erarbeitet. Er will damit zur Optimierung der Hilfestellung zwischen den im Beratungs- und Betreuungsprozess involvierten Akteuren beitragen. Damit soll der Schutz der von Zwangsverheiratung und Gewalt im Namen der Ehre Betroffenen adäquat gewährleistet werden.

Zusammenfassung des Konzeptentwurfes:

 
Anstieg der "Ehrenmorde" in Indien Drucken
In Indien wird in den letzten Jahren ein Anstieg von „Ehrenmorden“ verzeichnet. Auf einer internationalen Konferenz vom 30. Juni bis zum 2. Juli in London wird eine neue Studie zu Ehrverbrechen in Indien vorgestellt. Dieser Studie zufolge werden pro Jahr ca. 1000 „Ehrenmorde“ begangen. Es wird aber vermutet, dass die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher ist. Der Auslöser für einen „Ehrenmord“ ist oftmals eine Heirat, die den Regeln des Kastensystems widerspricht. Als ein Grund für den Anstieg der „Ehrenmorde“ wird die ungleiche Anzahl junger Männer und Frauen genannt. Seit vielen Jahren werden in Indien überwiegend weibliche Föten abgetrieben. Die Praxis hat nun zu einem Männerüberschuss auf dem Heiratsmarkt geführt. Eine von der Frau selbst bestimmt getroffene Wahl des Ehepartners kann von ihrer Familie mit der Todesstrafe sanktioniert werden.

Ausführlichere Artikel: www.guardian.co.uk und www.asianage.com

 
Kanada: Lebenslange Haft für "Ehrenmörder" Drucken
Am 18. Juni wurden in Ontario die Mörder der zum Tatzeitpunkt 16-jährigen Aqsa Parvez zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Aqsa Parvez war im Dezember 2007 von ihrem Vater und Bruder umgebracht worden, da sie sich gegen eine Zwangsheirat gewehrt und ihre Familie verlassen hatte. Der Vater hatte den Mord an seiner jüngsten Tochter gestanden. Er versuchte ihn zu rechtfertigen, indem er erklärte, er habe durch Aqsas Verhalten sein Gesicht verloren.

Ausführlicher Artikel von Rafia Zakaria

 
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